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Glossar
A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z adaequatio mentis et rei: Übereinstimmung zwischen der Welt und unserem Bild von der Welt. Adler, Alfred: Psychiater, * 7.2.1870, + 28.5.1937 Aberdeen. Begründer der Individualpsychologie, nach der das Seelenleben vom Geltungsdrang und Streben nach Überlegenheit im gesellschaftlichen Verhalten bestimmt ist. Die überwindung daraus entstehender Konflikte hängt ab von der Stärke des mitwirkenden Gemeinschaftsgefühls, bzw. von der Fähigkeit und Einsicht des einzelnen, negative Selbstwertgefühle (Minderwertigkeitskomplexe) auszukompensieren (Kompensationstheorie). Albert, Hans: Prof. in Mannheim, * 8.2.1921 Köln, arbeitet auf dem Gebiet der Erkenntnistheorie und Wissenschaftslehre, speziell über deren Grundfragen in den Sozialwissenschaften. Sucht unter Kritik anderer Denkansätze die Bedeutung eines Modells kritischer Rationalität für die Lösung von Erkenntnisproblemen und Fragen der sozialen Praxis aufzuweisen. Apperzeption: Kant versteht darunter die Wahrnehmung und setzt dazu die formale Einheit des Bewußtseins voraus. a posteriori: (Lat. "vom späteren her"), heißt eine Erkenntnis, die aus der Wahrnehmung, aus der Erfahrung stammt. a priori: (Lat. "vom früheren her"), heißt eine Erkenntnis, die rein aus dem Denken heraus gewonnen wird, bevor sie anhand der Praxis überprüft wird. Im Laufe der Geschichte und der menschlichen Entwicklung haben siche viele, a priori gewonnenen Erkenntnisse als falsch heraus gestellt, weil das Weltbild auf dem sie basierten sich inzwischen geändert hat (z.B. das kopernikanische Weltbild).
Apriorismus:
Die Lehre von der Möglichkeit einer Erkenntnis a priori Äquivalenz: Gleichbedeutend mit. Zwei Begriffe sind äquivalent, wenn sie dieselbe Bedeutung inne haben.
Aristoteles:
Neben Platon der größte altgriechische Philosoph, * 384/383 Stageira, + 322/321 Chalkis
auf Euböa; studierte bei Platon, ohne eigentlich dessen Schüler zu werden. Erzieher
Alexander des Großen. In Athen gründete er 335 die sog. "Peripatetische Schule. (gen. nach einem Peripatos,
d.h. Wandelgang, wo er lehrte); nach Alexanders Tod der Gottlosigkeit angeklagt, floh er 323/22 nach Chalkis.
Aristoteles ist der Begründer der eigentlich wissenschaftlichen Philosophie und philosophiedurchleuchteten
(Einzel-) Wissenschaft; wohl wirkungsmächtigster aller Philosophen, die bisher gelebt haben. Seine Grundlagen
sind Logik und Metaphysik. Die Logik, deren Schöpfer Aristoteles ist und die er "Analytik" nennt, ist die
Lehre von den logischen Grundgesetzen, von Begriff, Urteil, Schluß, von Definition, Beweis sowie setzender
bzw. widerlegender Methode, niedergelegt in den sechs Schriften seines "Organon". Die Kategorienlehre
(Substanz, Beziehung, Raum, Zeit, Qualität, Quantität, Tun, Leiden, Haltung, Lage) steht auf der Grenze
zwischen Logik und Metaphysik.
Augustinus: Kirchenvater und Philosoph, * 13.11.354 Ta gaste (Numidien), + 28.8.430 Hippo Regius. Augustinus vertritt die Lehre von der Prädestination, d.h. er glaubt, daß der Mensch zur Seligkeit oder zur Verdammnis von Gott vorausbestimmt sei.
Ayer, Alfred
Jules: Engl. Philosoph, * 29.10.1910 London. Ursprünglich dem
logischen Empirismus innerhalb der analytischen Philosophie nahestehend.
Später tritt unter dem Einfluß des linguistischen Phänomenalismus
innerhalb der analytischen Philosophie in einer skeptischen Wendung stärker
die Rolle des Sprachgebrauchs, die Pragmatik der Bedeutungsregeln, in den
Vordergrund seines erkenntnistheoretischen Interesses.
Axiom: abgeleitet von dem griechischen Wort »axioma«, bedeutet: der Satzinhalt, dessen Annahme vom
Gesprächspartner gefordert wird Man versteht darunter einen einfachen Anfangssatz, aus dem weitere Sätze in
Form eines Beweises gewonnen werden können. Der Anfangssatz ist, wie sein Name besagt, selbst nicht mehr
ableitbar, also auch nicht beweisbar, sondern unmittelbar gegeben. Daß er nicht beweisbar ist, bedeutet nicht,
daß er willkürlich gebildet werden kann, sondern besagt, daß er bereits aus sich selbst heraus einsichtig und
gewiß ist.
Bacon, Roger:
Engl. Philosoph und Naturforscher, * um 1214 Ilchester, + 11.6.1294 Oxford.
Er führte die Scheidung von Theologie und Profanwissenschaften (Philosophie)
konsequent durch; Erfahrung, Experiment und Mathematik sind ihm die drei
Hauptsäulen der Wissenschaft. Er rief die Wissenschaft seiner Zeit
von den Autoritäten zu den Sachen, von den Meinungen zu den Quellen,
von der Dialektik zur Erfahrung, von den Büchern zur Natur und ließ
dabei als die wirklich großen Philosophen Aristoteles, Avicenna und
Averroes gelten.
Behaviorismus:
In den USA enstandene Richtung der Psychologie, die sich streng auf das
Beschreiben des Verhaltens lebender Organismen, d.h. der Reaktionen auf
Reize beschränkt. Als Mittel der Beschreibung wird im wesentlichen
nur das Instrumentarium der Naturwissenschaft zugelassen, nicht jedoch
Unterscheidungen, die der Bewußtseinssphäre angehören.
Berkley, George: Engl. Theologe und Philosoph, * 12.3.1685 Disert Castle in Irland, + 14.1.1753 Oxford. Berkeley lehrte, daß eine vom Wahrnehmen und Denken unabhängige Außenwelt nicht existiert. Das Sein der Dinge besteht nur in ihrem Wahrgenommenwerden, und real existiert überhaupt nichts außer der Substanz des Geistes, der Seele und des Ichs. Seiner Ansicht nach sind Vorstellungen für uns die Wirklichkeit.
Brezinka, Wolfgang: * 9.6.1928 Berlin, Professor der Erziehungswissenschaft an der Universität Konstanz.
Carnap, Rudolf: Philosoph, * 18.5.1891 Ronsdorf, +14.9.1970, vertrat eine positivistisch-logische Philosophie.
Clauberg, Johannes: Deutscher Philosoph * 24.2.1622 Solingen, + 31.1.1665 Duisburg.
Er wurde stark beeinflußt durch den Cartesianismus und gilt als Vorläufer
des Okkasionalismus.
Comte, Auguste: Franz. Philosoph, * 19.1.1798 Montpellier, + 5.9.1857 Paris; Hauptvertreter des klassischen Positivismus. Condillac, Etienne Bonnot de: Franz. Philosoph, * 30.9.1714, Grenoble, + 3.8.1780 Flux bei Beaugency. Condillac ist der Begründer des neueren Sensualismus. Er sucht alle psychischen Vorgänge von der Erinnerung bis zum Denken und Wollen als Umformungen von Sinneswahrnehmungen (sensations), der einzigen Erkenntnisquelle, zu begreifen.
Contradictio in adjecto: (Lat. Widerspruch im Beiwort), z.B. hölzernes Eisen.
D'Alembert, Jean le Rond: französischer Naturwissenschaftler, * 16.11.1717 Paris, + 29.10.1783 Paris. D'Alembert ist der erste Vertreter des Positivismus.
Deduktion: Ableitung
von Erkenntnissen aus anderen, allgemeineren. Sie darf an Faktischem nichts
hinzufügen, was nicht schon in der Verallgemeinerung enthalten wäre.
Der Gegensatz von Deduktion ist Induktion. Beide
müssen sich in einer Erfahrungswissenschaft ergänzen; denn das
Allgemeine, von dem das Besondere abgeleitet wird, wird durch Induktion
gewonnen. Jedes methodische Vorgehen setzt Deduktion und Induktion voraus,
da sie die beiden Pole der Erkenntnis miteinander verknüpfen. deskriptiv: (lat.) beschreibend
Empirismus: Erkenntnistheoretische
Richtung, welche alle Erkenntnis aus der Sinneserfahrung ableitet; methodologisch das Prinzip, alle
Wissenschaft, ja alle Lebenspraxis und Sittlichkeit darauf zu gründen. Der radikale Empirismus läßt
dabei allein die Sinneswahrnehmung gelten, der gemäßigte Empirismus sie jedenfalls maßgeblich beteiligt sein.
Epikur: griechischer Philosoph, * 342/41 auf Samos, + 271/70 als Haupt der von ihm 306 gegründeten Philosophenschule. Seine Naturlehre ist stark angelehnt an die des Demokrit: Aus sich selbst heraus entwickeln sich die Welten in unendlicher Zahl und Folge, indem sich die Atome, außer denen nichts als der leere Raum existiert zusammenballen und wieder auflösen. In den Zwischenräumen (Intermundien) zwischen diesen Welten wohnen die Götter ewig und selig, ohne sich um die Welt und die Menschen zu kümmern.
Evidenz: (lat. evidens, "herausscheinend"), Augenscheinlichkeit, höchste, im Bewußtsein
erlebte und zur Gewißheit führende Einsichtigkeit, das was dem Denken und der Erkenntnis
"einleuchtet". Evidenz kann nach Kant nie aus Begriffen in "diskursiven" Erkenntnissen entspringen,
sondern nur aus "intuitiven" Grundsätzen, Axiomen im engeren Sinn. Man unterscheidet zwischen
psychologischer Evidenz (Gefühl des überzeugtseins) und logischer Evidenz, die die überzeugung von
der Gültigkeit eines Urteils verleibt. Für die Wesenserfassung im phänomenologischen
Sinn ist die Evidenz von besonderer Wichtigkeit.
Essentialismus: (lat. essentia für griech. ousia, "Wesen", "Washeit einer Sache", die zweite ousia im Sinne von Aristoteles;
noch bei Augustinus "Substanz"). falsifizierbar: Unter Falsifikation versteht man den allgemeinen Nachweis der Falschheit einer Aussage. Also die Widerlegung eines empirischen Allsatzes durch ein Gegenbeispiel. So wird z.B. die Behauptung "Alle Raben sind schwarz" durch einen nichtschwarzen Raben falsifiziert. Popper meinte, daß in den Wissenschaften nicht nur ein isoliertes Gegenbeispiel genügt, das man durch Zusatzhypothesen vielleicht erklären könnte, sondern daß eine konkurrierende These zur Verfügung stehen muß, die mit dem Gegenbeispiel verträglich ist. Falsifikation ist also die Bewährung einer Gegenhypothese. Von ihr ist die Falsifizierbarkeit, d.h. die Widerlegbarkeit, zu unterscheiden. Nach Popper sind nur falsifizierbare, nicht aber falsifizierte Sätze in den Wissenschaften zuzulassen.
Feyerabend, Paul Karl: östereichisch-amerikaniscber Wissenschaftstheoretiker.
* 13.1.1924 Wien. Feyerabend hat sich in seinen ersten Arbeiten zur Wissenschafts-
und Erkenntnistheorie K.R. Popper's Kritik am logischen Empirismus angeschlossen
und dabei besonders die Bedeutung theoretischer Begriffe und metaphysischer
Orientierungen in den Wissenschaften unterstrichen. Später hat Feyerabend
eine sinnvolle Rolle methodischer Standards für den Wissenschaftsfortschritt
überhaupt bestritten und eine anarchistische bzw. dadaistische Erkenntnistheorie
gefordert, der es nur noch um die Kultivierung eines kreativen, immer neue
The orien über die Welt produzierenden Denkens und den Abbau aller
durch methodische Normen erzeugten Denkverbote geht.
Fichte, Johann Gottlieb: Philosoph, * 19.5.1762 Rammenau + 27.1.1814 Berlin,
Fichte ging von Kants ethischem Rigorismus und Aktivismus aus. Philosophie
ist für Fichte die wissenschaftliche Selbstbeobachtung der schöpferisch-
ethischen Aktivität der Persönlichkeit. Deshalb nennt er seine
Philosophie "Wissenschaftslehre". In diesem Sinne stellt Fichte drei "Tathandlungen" fest.
Frege, Friedrich Ludwig Gottlob: deutscher Mathematiker, Logiker und Philosoph, * 8.11.1848 Wismar,
+ 26.7.1925, Bad Kleinen. Frege gilt als der Begründer der modernen mathematischen Logik.
Geulincx, Arnold: Philosoph, 31.1.1624 Antwerpen, + November 1669 Leiden. Gründete, von dem Dualismus Descartes ausgehend, den Occasionalismus. Guyau, Jean Marie: Franz. Philosoph, * 28.10.1854 Laval, + 31.3.1888 Mentone, ein er der bedeutendsten Vertreter des philosophischen Evolutionismus und ekstatischen Vitalismus in Frankreich. Habermas, Jürgen: Professor in Frankfurt/M., * 18.6.1929 Düsseldorf. Habermas befaßt sich mit historischen Untersuchungen zur politischen Philosophie und Soziologie sowie mit Methodologie der Sozialwissenschaften. Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Philosoph, * 27.8.1770 Stuttgart, + 14.11.1831 Berlin. Heidegger, Martin: Philosoph, * 26.9.1889 Meßkirch, 1928-1945 Professor in Freiburg i. Br. + 26.5.1976 Meßkirch.
Heuristik: (griech. heuriskein - finden), Erfindungskunst; die Anleitung, auf methodischem
Wege Neues zu finden; als Lehrprinzip stark vertreten in der Pädagogik. Von großem heuristischen Wert
sind gute Hypothesen und Modelldarstellungen als Hilfsmittel der For schung. Das heuristische Verfahren
im Fachunterricht besteht in der Darstellung des Weges, auf dem die Resultate einer Wissenschaft
gefunden worden sind, im Gegensatz zur systematischen Darstellung".
Hume, David: schott. Diplomat, Historiker und Philosoph, * 7.5.1711 Edingburgh, + 25.8.1776 Edingburgh, der bedeutendste Philosoph der englischen Aufklärung. Hume hat Lockes und Berkeleys Idealismus zu einem Positivismus weitergebildet, der insofern "Skeptizismus" ist, als er die Möglichkeit metaphysischer Erkenntnis bestreitet und auch innerhalb der Wissenschaft (mit Ausnahme der Mathematik) keine apriorische, von vorneherein absolut gewisse Erkenntnis anerkennt.
Induktion: (Lat. das Einfahren, Zuleiten), philosophische bzw. wissenschaftliche Methode, welche
vom einzelnen Besonderen auf etwas Allgemeines, Gesetzmäßiges schließt. Sie ist daher immer eine
Verallgemeinerung.
Kant, Immanuel:
Philosoph, * 1724 Königsberg, + 1804 Königsberg. Kant war einer der bedeutendsten Philosophen überhaupt,
der der deutschen Philosophie den Anschluß an die europäische Tradition der Aufklärung vermittelte. Kontradiktion: Widerspruch; Bejahung und Verneinung ein und desselben Begriffs. Kyrenaiker: griech. Philosophenschule, die Anhänger des Aristipp von Kyrene. Aristippos (435-355 v. Chr.) vertrat die Position, daß Erkenntnis allein auf Empfindungen beruht, deren Ursachen allerdings unerkennbar bleiben. Auch die Empfindungen anderer sind uns seiner Ansicht nach unzugänglich,wir können uns nur an ihre Äußerungen halten. Kraft Victor: Philosoph, 1880-1975. Mitglied des Wiener Kreises. Leibniz, Gottfried Wilhelm: Philosoph, Physiker, Mathematiker, Historiker und Diplomat, * 1.7.1646 Leipzig, + 14.11.1716 Lenk, Hans: * 23.3.1995 Berlin, Prof. in Karlsruhe, befaßt sich mit Fragen der Wissenschaftstheorie, Logik und analytischen Philosophie, sowie mit philosophischen Fragen der Mathematik, der Natur, Technik u.a. bis zur Sozialwissenschaft und Sozialphilosophie. Versucht philosophische Entwürfe und Rekonstruktionen zu einem neukritizistischen, praxisorientierten Philosophieren zu vereinen. Hannover: Einer der universalsten und schöpferischsten Gelehrten des 17. Jahrhunderts. Lenzen, Dieter: geb. 1947. Dr. phil. Prof. für Philosophie der Erziehung an der Freien Universität Berlin. Logizismus: Unter Logizismus versteht man die ausdrückliche Bevorzugung der logischen gegenüber der psychologischen Betrachtungsart. Es umschließt die Auffassung von der Mathematik als einer logischen Disziplin. Logizistisch meint von der Logik abhängend. Lochner, Rudolf: 3.9.1895 in Prag. Mitbegründer der empirischen Erziehungswissenschaften. Lochner lehnt die traditionelle, deskriptiv normative Pädagogik ab und unterscheidet streng zwischen Erziehungswissenschaften, Philosophie der Erziehung und Erziehungslehre. Mach, Ernst: Physiker und Philosoph, 18.2.1838 Turas in Mähren, + 19.2.1916 Haar bei München. Mach sah Ursprung und Ziel der Wissenschaft in der Befriedigung notwendiger Lebensbedürfnisse. Malebranche, Nicolas: Franz. Philosoph, * 6.8.1638 Paris, + 13.10.1715, neben Geulincx das Haupt der Occasionalisten. Marx, Karl: Philosoph und Sozialist * 5.5.1818 Trier, + 14.3.1883 London. Marx ist der Schöpfer des historischen Materialismus. Er bekämpfte den Idealismus, übernahm aber den rationalen Schematismus, insbesondere die Methode der Dialektik. Materialismus: Der Materialismus ist eine philosophische Anschauung, die in der Materie den Grund und die Substanz aller Wirklichkeit sieht, also nicht nur der stofflichen, sondern auch der seelischen und der geistigen. Kennzeichnend für den Materialismus ist sein großer Respekt vor Naturwissenschaft und Technik und seine Verherrlichung der instrumentellen Vernunft. Mill, John Stuart: Englischer Philosoph, Psychologe und Soziologe * 20.5.1806 London, + 8.5.1873 Avignon. Besonders bekannt durch sein System der induktiven und deduktiven Logik. Er setzte den klassischen Empirismus der engl. Philosophie fort, den er zum engl. Positivismus erweiterte. Mill ist neben Comte und Ardigo der bedeutendste Positivist des 19. Jahrhunderts. Nach Mill bildet die Grundlage aller Philosophie die Psychologie, die feststellt. Wirklich gegeben sind nur die jeweiligen Empfindungen und die Vorstellung von übergängen oder künftig möglichen Empfindungen. Begriffe sind bloße (sprachliche) Namen. Den aristotelischen Syllogismus verwirft Mill. Die Außenwelt ist in diesem Sinne die beständige Möglichkeit ähnlicher Empfindungen. Einzige Erkenntnisquelle ist die Erfahrung, einzig zulässiges Erkenntnisverfahren die Induktion.
Modalität: (Lat. modus, Art und Weise).
2. In der Logik heißt ein Urteil modal oder besitzt Modalität wenn es etwas über die Wahrheit eines
bestimmten anderen Urteils p aussagt. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen logischer Modalität:
Modus ponens:
(Lat. "bejahender Modus" Abtrennungsregel):
Modus tollens:
(Lat. "verneinender Modus.): normativ: (lat.) bedeutet soviel wie: der heutigen Norm entsprechend
Nominalismus: Mit Nominalismus bezeichnet man heute eine philosophische Einstellung gegenüber Wahrheit
und Wirklichkeit, die die Gewißheit von Erkenntnissen nicht metaphysisch-ontologisch,
sondern empirisch-wissenschaftstheoretisch sichert. Der Nominalismus ist ohne seinen Gegensatz, den
Begriffsrealismus nicht zu verstehen, von dem her er ursprünglich als philosophisch-theologische Häresie
begriffen wurde. Die nominalistischen Lehren Roscellins wurden deshalb 1092 durch die katholische Kirche
ebenso verdammt, wie die Wilhelm von Ockhams 1340. Im Verlaufe der abendländischen Geistesgeschichte wurde
dennoch das gleiche Problem unter veränderten Bezeichnungen in den unterschiedlichsten Formen entwickelt.
Noch heute bestimmt es, allgemein gesehen, im Gegensatz einer ontologisch-phänomenologischen Wesensphilosophie
und einer antimetaphysisch-positivistischen Wissenschaftstheorie die schulphilosophische Diskussion. Der
Gegensatz reicht bis ins Altertum zurück und bildet im Mittelalter das Thema des sogenannten
Universalienstreits.
Ontologie: Die Lehre vom Seienden, seinen Eigenschaftenim allgemeinen, seinen Arten und Stufen,
dem Verhältnis zum Sein, zum Dasein, zum Wesen. Seit den Griechen wird sie als erste Philosophie, als
Prinzipienwissenschaft angesehen. Ursprünglich als Metaphysik bezeichnet, bekam sie erst im 17. Jahrhundert,
vor allem durch Christian Wolff, den Namen Ontologie. Heute ist damit zugleich das Bekenntnis zu einer
Philosophie verbunden, die mit oder ohne Beziehung zur katholischen Theologie eine sichere Seinsgrundlage
wissenschaftlicher und philosophischer Aussagen zugrunde legt, die demzufolge die prinzipielle Bedeutung der
Erkenntnislehre Kantsbestreitet. Panlogismus: griech., All-Vernunft-Lehre, nach welcher der Logos, die Vernunft, als das absolut Wirkliche, die Welt als Verwirklichung der Vernunft aufzufassen ist. Panlogismus ist auch die Lehre von der logischen Natur des Weltalls. Die Philosophie Hegels wird auch Panlogismus genannt. Pascal, Blaise: Franz. Philosoph, Mystiker und Mathematiker, * 19.6.1623 Clermont, + 19.8.1662 Paris. Pascal gilt als der Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Pascal sah die Grenze der Mathematik, an deren Entwicklung er selbst hervorragend beteiligt war, und des Rationalismus überhaupt besonders darin, daß sie nicht zu antworten vermögen auf die Fragen: Welches ist unsere Stellung in der Welt und welches ist der Weg zum Seelenfrieden. Deshalb kehren die großen Seelen, auch wenn sie alles nur irgend mögliche Wissen erworben haben, zur Unwissenheit zurück, zur Hingabe an die Offenbarung und die Gnade, die selbst ein Mysterium ist.
Phänomenologie: ist der Name eines von Edmund Husserl begründeten Denkansatzes der modernen Philosophie.
Der Begriff selbst ist traditionell; bei Kant etwa bezeichnet er die Lehre von den
Erscheinungen, bei Hegel, in den Titel seines großen Frühwerks
"Phänomenologie des Geistes" eingegangen, meint er das Erscheinen des Geistes in seinen verschiedenen, auch
geschichtlichen Stufen. Bei Franz Brentano, dem Lehrer Husserls, bezeichnet "phänomenologisch" die Verfahrensweise
einer beschreibenden Psychologie geistiger Akte, Husserls selbst nun hält am Beschreiben geistiger Akte fest,
versucht aber, die Psychologie zu entfernen. Nach Husserl sind Bewußtseinsakte, solche des Erkennens etwa,
dadurch charakterisiert, daß sie sich, unabhängig von dem, der sie hat, auf einen Inhalt beziehen. Dieser
Inhalt muß nun so beschrieben werden, wie er sich von sich aus darstellt, also ohne die Voraussetzung etwa, daß
es ihn real in der Welt gibt. So werden nicht Dinge beschrieben, sondern Wesensinhalte, die, im Idealfall, in
reiner Evidenz, gleichsam "geschaut" werden. In sich bleibend erkennt das Bewußtsein schließlich, daß ein
"Sinnzusammenhang" der Welt nicht von der Realität abhängt, sondern vom Bewußtsein erst für die Realität
gestiftet wird. Setzte Max Scheler diesen Ansatz nun in der Weise ein, daß er mit ihm die ethische Welt des
lebenden Menschen zu durchdringen versuchte, so führte Martin Heidegger
die Phänomenologie weiter, indem er sie, gegenüber Husserl, gleichsam verobjektivierte; sie soll wieder zu den
Sachen selbst gehen, sie soll "das, was sich zeigt, so wie es sich von slebst her zeigt, von ihm selbst her
sehen" lassen. Nicht ein auf Inhalte weisendes Bewußtsein wird beschrieben, sondern der niemals von seiner
Welt isolierbare Mensch, der Mensch, für den die Welt, inbdem er, sich in ihr vorfindend, sich in sie hinein
entwirft, geradezu die einzige Möglichkeit seines Seins ist. Der entscheidende Fortschritt der
Phänomenologie, bei Husserl und bei Heidegger, besteht im Verwerfen trockener erkenntnistheoretischer
Diskussion, positiv bei Husserl in der Hervorhebung der Sinn-Kategorie, bei Heidegger in der Bewertung des
Zusammenhangs von lebendiger menschlicher Existenz und davon untrennbarer Welt. Physikalismus: Diese philosophische Richtung hält alles für sinnlose Forschung, was nicht mit den Methoden der Physik erfaßbar und in ihrer Sprache darstellbar ist. Der Physikalismus wird geradezu unumgänglich von jenen nur exakt geschulten Naturwissenschaftlern vertreten, die von Wesen und Problemstellungen der Philosophie keine gründlichen Kenntnisse besitzen, diese deshalb zugunsten der eigenen begrenzten Methodologie, die sie zur "eigentlichen Philosophie" erheben, ablehnen müssen.
Popper Karl R.:
Nennt sich selbst einen Realisten, der mit dem Alltagsverstand die Außenwelt und die Gesetzmäßigkeiten in
ihr als real gegeben ansieht. Er lehnt dagegen die Auffassung ab, in der Wissenschaft sei irgendein Wesen
der Dinge zu erfassen. Diesen sogenannten Essentialismus macht er verantwortlich
für die Rückständigkeit der Sozial- gegenüber den Naturwissenschaften, wo methodologischer
Nominalismus herrscht. Für den Essentialismus wäre die Frage charakteristisch:
"Was ist Bewegung?". Für den Nominalismus: "Wie bewegt sich ein Planet?"
Dem entspricht die Tendenz des Essentialismus
Platon: griechischer
Philosoph, * 27.5.427 v. Chr. Athen, + 347 Athen, eigentlich: Aristoteles, Sohn des Ariston und der
Periktione. deren Vorfahren mit Solon verwandt waren. Zuerst Dichter, dann endgültig durch
Sokrates, Philosoph, in der Antike mit Aristoteles
der bedeutendste; unternahm große Reisen. Entscheidend wirksam seine Ideenlehre und seine Staatsphilosophie,
die beide erst allmählich in Platon heranreiften. Platons Gedankengang: Wahrnehmung erkennt nicht Dauerndes,
gibt also nicht Gewißheit, sondern nur täuschende Meinung (Höhlengleichnis). Nur die Begriffe sind, einmal
richtig gebildet, stets unwandelbar, nur sie geben wirkliches Wissen. Der Begriff muß ein Objekt haben,
worauf er sich bezieht. Dieses Objekt kann nicht identisch sein mit dem Objekt der sinnlichen Vorstellung.
Es muß ein übersinnliches Objekt sein: Die Idee. In unseren Begriffen vollzieht sich also die Erkenntnis
einer übersinnlichen Welt. Die Begriffe sind Abbilder der Ideen. In der Vielheit der Begriffe spiegelt sich
die der Ideen. Die Begriffsbildung der menschlichen Seele ist ein Akt der Erinnerung an die Ideen selbst,
die die Seele schaute, bevor sie an den Leib gebunden wurde. Die höchste Idee ist die der "Schöngutheit",
oft auch von Platon als Gott aufgefaßt, der als Weltbildner zunächst die Weltseele als eine unkörperliche,
die Welt durchdringende, bewegende Kraft formte. Die Materie für sich allein existiert nicht, zur
Wirklichkeit wird sie erst durch die Ideen erweckt, die in ihr anwesend sind.
Positivismus:
Bezeichnung für eine Richtung in der Philosophie und Wissenschaft die vom "Positiven", d.h. vom Gegebenen
Tatsächlichen, Sicheren, Zweifellosen, ausgeht, ihre Forschung und Darstellung darauf beschränkt und
metaphysische Erörterungen für theoretisch unmöglich, praktisch nutzlos ansieht.
Wesentliche Befürworter des Positivismus waren Comte, D'Alembert,
Hume und Mill.
Pragmatismus:
Seit dem amerikanischen Philosophen Peirce die Bezeichnung für eine
philosophische Einstellung, die im Handeln (griech. pragma, praxis) des
Menschen sein Wesen ausgedrückt findet und Wert und Unwert auch des
Denkens in eine enge Beziehung dazu setzt. Peirce "pragmatische Maxime"
gibt zunächst eine Methode der Begriffserklärung an: "überlege,
welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben könnten,
wir dem Gegenstand unseres Begriffes in unserer Vorstellung zuschreiben.
Dann ist unser Begriff dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffes des
Gegenstandes". Anders als der Vulgärpragmatismus setzt Peirce Wahrheit
nicht mit faktischem Erfolg, gleich. Er bindet das Denken in einen Prozeß
von Zweifel und überzeugung innerhalb einer prinzipiell falliblen
Handlungs und Dialoggemeinschaft ein. Der Konsens über Handlungsregeln
soll eine Handlungssicherheit wiederherstellen, die sich nicht auf untrügerische
erste geistige oder sinnliche Gegebenheiten stützen läßt.
quid facti? - was ist geschehen? quid iuris? - was ist rechtens? Quine, Willard van Orman: 25.6.1908 Ahran/ Ohio. Herausragender Logiker der sich vor allem der Sprachforschung widmet.
Ramsey, Frank Plumpton: (1903-30), engl. Philosoph und Logiker an der Universität Cambridge. Trug
zur Vereinfachung des logischen Systems Russells bei und übte starken
Einfluß auf die philosophische Diskussion der Grundlage der Mathematik aus.
Rationalismus:
Unter Rationalismus versteht man die Gesamtheit der philosophischen Richtungen, die auf verschiedene Art
die Vernunft, das Denken, den Verstand subjektiv, die Vernünftigkeit, die logische Ordnung der Dinge
objektiv in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen. Der Rationalismus ist die Denkweise der Aufklärung
und teilt deren Optimismus, insofern er an eine unbegrenzte menschliche Erkenntniskraft glaubt, die sich
über kurz oder lang alles Seienden bemächtigen wird. Für den Rationalismus gibt es nur vorläufig, nicht
aber grundsätzlich unlösbare Probleme.
Realismus: Lat. Der Realismus behauptet, daß es eine Wirklichkeit außerhalb unseres Bewußtseins gibt. Erkenntnistheoretisch bedeutet der Realismus im Gegensatz zum Idealismus die Annahme einer vom erkennenden Subjekt unabhängig bestehenden Dingwelt. Reichenbach, Hans: Philosoph, * 26.9.1891 Hamburg, + 9.4.1953 Los Angeles, 1926-38 Professor in Berlin und Istanbul, seit 1938 an der California-Universität in Los Angeles. Mitbegründer des Wiener Kreises und einer der Hauptvertreter des Neupositivismus. Später ging er eigene Wege. Durch seine Untersuchungen der Grundlagen der Geometrie der logischen Struktur der Physik gelang Reichenbach zu einer Ablehnung der Apriorität von Raum und Zeit. Den Begriff der Wahrscheinlichkeit definiert er als einen statistischen. In seiner Wahrscheinlichkeitslogik spielen die Wahrscheinlichkeiten die Rolle von Wahrheitswerten. Russel, Lord Bertrand: Engl. Mathematiker und Philosoph * 18.5.1872 Chepstow, + 2.2.1970 in Penrhyndendraeth, ursprünglich Vertreter eines platonischen Realismus, später Neopositivist und Wissenschaftstheoretiker. Logik ist ihm Universalmathematik im Sinne des Relationismus. Die Philosophie hat ihre Probleme aus den Naturwissenschaften zu entnehmen, sie ist deren Wegbereiterin und soll deren Prinzipien und Begriffe logisch analysieren und klären. Gegen Bradley vertritt er die Ansicht, daß die Beziehungen zwischen den Dingen zu deren Wesen gehören und daß Subjekt und Objekt unterscheidbar sind. Die Welt besteht aus logisch untereinander verbundenen Sinnesdaten (sensedata). Die Sinnesdaten verschiedener Gegenstände sind der "Geist" des Beobachters, die Sinnesdaten eines von mehreren Personen beobachteten Gegenstandes sind die Realität einer -wenn auch unbeweisbaren- Materie (Pluralismus, Probabilismus). Schelling, Friedrich Wilhelm: Philosoph, * 27.1.1775 Leonberg, + 20.8.1854 Bad Ragaz. Auf dem Boden des Idealismus stehend, bildete er dessen übergang zur Romantik: Wegen seiner steten Wandlung der "Proteus der Philosophie" genannt. Schlick, Moritz: Philosoph, * 14.4.1882 Berlin, + 22.6.1936 Wien (ermordet), Begründer des "Wiener Kreises", Vertreter eines empirischen Realismus, von Carnap und Wittgenstein beeinflußt, arbeitete hauptsächlich über das Wahrheitsproblem, über Erkenntnislehre sowie über den apriorischen Charakter von Logik und Mathematik; verwarf die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori und versuchte das psychophysische Problem physikalisch zu lösen. Aufgabe der Philosophie sei es, Begriffe logisch zu erklären. Schlick selbst untersuchte die Begriffe Raum, Zeit, Materie. Kausalität, Wahrscheinlichkeit, Organisches, Wertung, Hedonismus, freier Wille, ethisches Motiv.
Scholastiker:
So hießen zuerst die Lehrer der "sieben freien Künste", dann der Theologie und Philosophie des christlichen
Mittelalters seit dem 9. Jahrhundert, soweit sie mit den von der griechischen Philosophie gelieferten
Denkmitteln die Kirchenlehre logisch zu begründen und zu befestigen suchen. Ihre Methode ist vorwiegend
definitorisch, syllogistisch, deduktiv, ihr Denken bewegt sich meist im Begrifflichen, Abstrakten, das
vielfach vergegenständlicht wird.
Schopenhauer Arthur:
Deutscher Philosoph, * 1788 Danzig, + 1860 Frankfurt am Main. In seinem Hauptwerk "Die Welt als Wille und
Vorstellung" entwirft Shopenhauer eine umfassende Willensmetaphysik. Denkanstöße geben ihm
Platon, Kant und die indigenen "Upanishaden"
Schrödinger, Erwin: Physiker, * 12.8.1887 Wien, + 4.1.1961 Wien. Arbeitete über Quantenmechanik und die Wellentheorie. Semantik: Bedeutung einer Sprache. Worte, alleinstehend und in ihrem Zusammenhangm, haben eine bestimmte Bedeutung. Sensualistisch: Alle Erkenntnis wird aus den Sinnesempfindungen abgeleitet.
Sophsten: (griechisch sophistes, Meister, Künstler) war in der griechischen Antike seit etwa dem
5. Jahrhundert v. Chr. zunächst die Bezeichnung für die meist herumziehenden Weisen und Gelehrten. Aber auch
hochgeachtete Staatsmänner, die sich vornehmlich durch rhetorisches Geschick auszeichneten (wie etwa Solon)
wurden noch Sophisten genannt; eine durchaus ehrende Bezeichnung also. Zu jener Zeit setzte aber auch bald
eine Reaktion ein, die sich dem aufklärerischen Geist, den die Sophisten in die städtische Bevölkerung
trugen, widersetzte. Wortführer war hier besonders Platon, der in vielen seiner Dialoge
den Sokrates als Spötter und Verächtlichmacher der Protagoras, Gorgias und Hippias
auftreten ließ. Da deren Interesse nicht auf die Ausformulierung theoretischer Wahrheiten ging, die als die
ontologisch prägenden Größen des gesamten Seins ausgegeben wurden, sondern auf die
Hebung der Einsichtsfähigkeit der Bürger Attikas, waren die Sophisten konservativen Adligen wie Platon ein
Dorn im Auge. Die Taktik, den Rhetoriklehrern Geldschneiderei, Großsprecherei und Demagogie nachzusagen,
hatte ebenso Erfolg wie die, ihre Wahrheitsliebe anzuzweifeln. Auch wenn der tatsächliche, nicht der
platonisch verklärte Sokrates sehr stark in der Tradition der Sophisten stand, siegte im Ringen zwischen
Aufklärung und Metaphysik die weitgehend das abendländische Denken bis heute bestimmende Lehre Platons. Spinoza, Benedictus de: Philosoph, * 24.11.1632 Amsterdam, + 21.2.1677 in Haag. Nach Spinoza führt nur die mathematische Denkweise zur Wahrheit. Stegmüller, Wolfgang: Prof. in München, * 3.6. 1923 Natters, Tirol. Versteht die Philosophie als eine Wissenschaft, die rational über intersubjektiv nachprüfbare Aussagen zu argumentieren hat, deren Anzahl sich begrenzt nachweisen läßt. Stoiker: Weitverbreitete Strömung der griechischen Philosophie. die um 300 vor Christus von Zenon aus Kition begründet wurde. In der Kaiserzeit war die Stoa eine Art ethischer Religion des römischen Volkes geworden. Gott und Natur waren der Stoa, die nach Art des Elektizismus bzw. Synkretismus die verschiedensten Lehren in sich aufnahm.
Syllogismus: (griechisch syllogismos, Zusammenrechnung). Ein Syllogismus ist ein logisches
Schlußverfahren, dessen Theorie zuerst Aristoteles entwickelte. Es beruht auf dem Grundprinzip, daß,
sagt man a von allen b, b von allen c aus, a von allen c ausgesagt ist, also a, b und c identisch sind.
Es handelt sich hier also nicht um eine unmittelbare Folgerung, sondern um einen mittelbaren Schluß, der
durch einen Mittelbegriff M zwischen einem weiteren Prädikatsbegriff P und einem engeren Subjektsbegriff
S gestiftet wird. |
Synonym: gleichbedeutend, äquivalent. Ein Synonym ist ein anderer Begriff für dieselbe Bedeutung.
Syntax: Regelsystem zur Erzeugung von Sätzen. Die Syntax legt dabei die Struktur der zugehörigen Sprache fest. Für jeden Satz dieser Sprache kann eine Reihenfolge der Syntax-Regeln angegeben werden, die ihn ergeben. Alle anderen Sätze sind syntaktisch falsch und somit nicht Element dieser Sprachmenge.
Tautologie:
(Griech. tautologein - "dasselbe sagen") überflüssige, mitunter jedoch auch notwendige Verdopplung einer
Aussage. überflüssige Tautologien, z.B. "bereits schon", "kleines Kerlchen". Auch die Zirkeldefinition
-Diallele- ist eine überflüssige Tautologie. Notwendige Tautologie ist jede Wortklärung (Nominaldefinition),
z.B. "Rotation ist Bewegung um eine Achse". Die neuere Logik faßt auch logische Axiome
und analytische Urteile als Tautologien auf, sofern sie durch Inhaltserläuterungen zur Eindeutigkeit des
Gemeinten beitragen.
(Vgl. Philosophisches Wörterbuch, S. 685)
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Topitsch, Ernst: Prof. für Philosophie in Graz, * 20.3.1919 Wien, befaßt sich mit Fragen der Sozialtheorie, Wissenschaftslogik und Weltanschauungsanalyse, bzw. mit der Analyse der für die traditionelle Auffassung der Welt, der Seele und der Erkenntnis grundlegenden Denkformen vom Standpunkt der modernen Wissenschaftslehre und Ideologiekritik.
Transzendentalismus:
Nach Kant im Sinne des Kritizismus rein System aller Verstandesbegriffe und
Grundsätze. Aber nur insofern sie auf Gegenstände gehen, welche den Sinnen gegeben und also durch Erfahrung
belegt werden können."
(Vgl. Philosophisches Wörterbuch, S 732)
Turgot, Anne Robert Jaquese: (1727-1781) Staatsmann und Minister. Turgot ist ein Vorläufer des
Comteschen Positivismus. Seiner Lehre nach schreitet der menschliche Geist naturgemäß fort. Die Erkenntnis
der Natur schreitet von mythologischen zu metaphysischen-abstrakten und von diesen zu quantitativ-exakten
Erklärungen vor.
(Vgl. Philosophenlexikon, S. 770)
verifizierbar:
(Lat. verificare "die Wahrheit erweisen"), Bewahrheitung. Eine Annahme, Hypothese kann sowohl durch
Erfahrung als auch - sofern es sich um mathematisierbare Strukturmodelle handelt, formal durch bündigen
logischen Beweis verifiziert werden.
(Vgl. Philosophisches Wörterbuch, S. 754)
Weber, Max: Nationalökonom, Soziologe und Politiker, * 21.4.1864 Erfurt, + 14.6.1920, München. Weber suchte scharf zu trennen: Erfahrungswissen und wertende Beurteilung, einseitige partikulare Erkenntnis und Ergreifen des Totalen, empirische Wirklichkeit und Wesen des Seins.
"Wiener Kreis": bestehend aus einigen Schülern von Moritz Schlick, vertraten den Neupositivismus. Hauptvertreter des Neupositivismus waren Schlick, Carnap und Reichenbach. Das Insgesamt des Neupositivismus hat sich weniger als Philosophie hauptsächlich als Wissenschaftslogik und Grundlagenforschung weiterentwickelt.
Wittgenstein, Ludwig: Philosoph * 26.4.1889 in Wien, + 29.4.1951 Cambridge. Wittgenstein lehrte im "Tractatus", der einzigen zu seinen Lebzeiten (1921) publizierten Schrift, daß die Erkenntnis ein Abbild von (voneinander unabhängigen) Tatsachen ist. Urteile sind "Wahrheitsfunktionen" einzelner Aussagen, d.h. logische Ableitungen von Tatsachen. Die Logik hat einen rein tautologischen Charakter, sie besagt nichts über die Wirklichkeit. Es sei daher ein Fehler der Wissenschaft, mit einer Sprachlogik zu rechnen. Das dem Denken und dem Sein gemeinsame könne nicht ausgesagt, sondern nur geschaut und mittels Symbolen gezeigt werden. In seiner späteren Arbeit "Philosophische Untersuchungen" hat W. bekanntlich die meisten dieser Ansichten aus dem "Tractatus" widerrufen und behielt nur das ursprüngliche Ziel einer Destruktion der Philosophie bei. Seine Position ist die, daß die Konzeption einer idealen Sprache fallengelassen wird und eine Vielzahl von Sprachspielen der "natürlichen" Sprache untersucht wird.
Wolff, Christian: Philosoph und Mathematiker, * 24.1.1679 Breslau, + 9.4.1754 Halle. Seit 1707 war Wolff Professor in Halle. Er schuf das System des deutschen Rationalismus, unter Verwendung aristotelischer, stoischer, auch scholastischer Gedanken.